
Das Blut ist richtig im Stress. Zwar darf es jeden Tag eine spannende Reise durch den menschlichen Körper unternehmen. Doch dabei hat es vieles zu erledigen. Als Körperpolizei kämpft es gegen Bakterien, Viren und Würmer, es verschließt kleine Wunden und sorgt dafür, dass die Organe genügend Nahrung bekommen. Warum ist das Blut rot? So hatte Professor Andreas Kulozik seine Vorlesung bei der Heidelberger Kinder-Uni umschrieben. "Weil Eisen darin ist", das wussten ganz schön viele der kleinen Schlauberger. Ohne das Eisen, das übrigens auch dem Rost oder dem Mars seine Farbe gibt, würde das Blut aussehen wie Milch. Gebraucht wird das Eisen in den roten Blutkörperchen, um Sauerstoff aus der Luft in alle Zellen des Körpers zu transportieren und das Kohlendioxid wieder hinaus zu schaffen. Damit kann der Mensch nämlich im Gegensatz zur Pflanze nichts anfangen. Das Kohlendioxid wird zur Lunge gebracht und dort wieder ausgeatmet.



Richtig toll sind die Blutplättchen. Die schaffen es nämlich in Windeseile eine Wunde abzudichten. Sie bilden aus Blutplasma eine Art Netz, in das dann wiederum Blutkörperchen eingefangen werden, aus denen sich dann der Schorf bildet. Wie ein zerrupftes Wollknäuel sehen die weißen Blutkörperchen, die Körperpolizei, aus. Sie können Eindringlinge wie Bakterien und Viren blitzschnell ausschalten. Kein Wunder, bei so viel Inhaltsstoffen, dass Blut drei Mal so dick ist wie Wasser.
Fünf bis sechs Liter Blut haben große, etwa drei Liter kleine Leute. In einer Minute schafft das Herz es, diese Menge umzupumpen. Ein ganz schön harter Job. Versucht mal in dieser Zeit mit einem Becher, der 1/10 Liter fasst, drei Liter Wasser umzufüllen. Was glaubst Du, wie viel Blutzellen produziert der menschliche Körper pro Sekunde? Drei Millionen sind es und alle Blutgefäße zusammen sind 96000 Kilometer lang. Warum fühlen sich Menschen, die an Anämie, das heißt zu wenig roten Blutkörperchen leiden, müde? Was passiert mit dem Blut, wenn wir Kopfstand machen? Weißt Du die Antwort? Dass Blutegel, Zecken, Mücken und ähnliches Getier menschliches Blut so lecker finden, hat übrigens einen Grund. 100 Milliliter Blut haben soviel Kalorien wie eine Tafel Schokolade.