Woher kommen die dunklen Augenringe bei zu wenig Schlaf?

Die dunklen Schatten unter den Augen, die man bekommt, wenn man zu wenig geschlafen hat, rühren daher, dass der Körper nicht genug Zeit zur Erholung hatte. Schlaf ist für uns Menschen enorm wichtig. Die Schlafforschung hat herausgefunden, dass Schlaf sowohl für den Körper als auch für die Seele unverzichtbar ist. Im Schlaf lädt der Körper sozusagen seine Batterien wieder auf. Abfallstoffe, die der Körper während des Tages angesammelt hat, müssen abgebaut werden. In der Nacht ist das Zellwachstum am aktivsten. Alte Zellen werden entsorgt und neue aufgebaut. Schäden in den Zellen werden repariert. Auch die weißen Blutkörperchen sind vermehrt unterwegs, um nach Eindringlingen wie Viren und Bakterien zu fahnden und sie unschädlich zu machen. Dieses körperliche Wiederaufladen findet in den Tiefschlafphasen statt. Das Gehirn ist dann sehr entspannt, Muskeln können allerdings aktiviert werden. Deshalb ist zum Beispiel das Schlafwandeln nur in dieser Phase möglich.

In den Traumphasen geht es um das geistige und seelische Wiederaufladen. Dann sind die Skelett-Muskeln total entspannt, sie sind regelrecht lahmgelegt. Das Gehirn aber ist hoch aktiv. Das zeigen Gehirnstrommessungen deutlich. In den Traumphasen wird im Gehirn alles, was wir am Tag erlebt haben, aus dem Erinnerungsspeicher geholt, durchgearbeitet und in verschiedenen Erinnerungsschubladen gesteckt. Dabei helfen die Träume. Traumforscher glauben, dass in der ersten Hälfte des Schlafes die Träume dazu dienen, Erlebtes zu "verdauen". In der zweiten Schlafhälfte träumen wir, um unterforderte Hirnbereiche zu trainieren. Deshalb träumen wir in dieser Schlafphase oft die seltsamsten Dinge.

Die dunklen Augenringe kommen daher, weil sich in den kleinen Blutgefäßen sehr viel Abfallstoffe gesammelt haben, die nachts noch nicht abtransportiert werden konnten. Entweder weil der Körper zu wenig Schlaf und dadurch zu wenig Zeit dafür hatte, oder weil er mit dem Abtransport anderer Giftstoffe (beispielsweise Alkohol) beschäftigt war. Dann muss das, was normalerweise nachts passiert, am Tag passieren. Die Abfallstoffe bewirken, dass sich die kleinen Blutgefäße weiten, damit möglichst viel Blut dorthin gelangen kann, wo sich die Giftstoffe befinden. Da unter dem Auge die Haut sehr dünn ist, scheinen an dieser Stelle die Blutgefäße sehr deutlich und bewirken die Dunkelfärbung.