Dass die Sache mit dem Fernsehen überhaupt funktioniert, liegt an der Art und Weise, wie wir Menschen mit unseren Augen sehen und wie unser Gehirn das Gesehene verarbeitet. Von der Satellitenschüssel gehen die elektromagnetischen Signale in einer Leitung zum Fernseher und dort werden sie wieder in die Bilder umgewandelt. Dafür gibt es die Braunīsche Röhre. Diese macht genau das Umgekehrte wie die Bildwandlerröhre. Dabei sendet sie einen Elektronenstrahl auf den Bildschirm. Der Bildschirm ist von innen mit Phosphor oder einer dem Phosphor ähnlichen Substanz beschichtet. Phosphor hat die Eigenschaft aufzuleuchten, wenn es mit Energie in Berührung kommt. Um ein Bild auf dem Bildschirm herzustellen, werden die einzelnen Bildpunkte und Bildzeilen dargestellt. Der Elektronenstrahl beleuchtet Zeile für Zeile, indem er darüber fährt, wie Du mit einem Kugelschreiber über ein Blatt Papier. Je nach dem wie stark der Elektronenstrahl ist, leuchtet auch das Phosphor unterschiedlich stark auf. Hat der Elektronenstrahl alle Zeilen auf einem Bildschirm erfasst, so ist das einzelne Bild fertig. Wie aber schon erläutert, müssen fünfzig Bilder pro Sekunde entstehen, damit wir eine ruckel- und flimmerfreie Bewegung erkennen können. Der Elektronenstrahl muss sich deshalb unheimlich schnell über den Bildschirm bewegen. In der Kathode werden die Elektronen hergestellt, die als Elektronenstrahl durch die Bildröhre zum Leuchtschirm fließen. Die Ablenkplatten sind magnetisch und dadurch kann der Verlauf des Elektronenstrahl beeinflusst werden, je nach dem welcher Magnet gerade aktiv ist. So wird der Elektronenstrahl über den Leuchtschirm bewegt, Zeile für Zeile. Mit dem Ton verhält es sich ganz ähnlich, wie mit dem Bild. Wenn du mit einem Stock auf eine Trommel schlägst, so bewegt sich das darüber gespannte Fell und das verursacht einen Ton. Diese Bewegung kann wieder in elektrische Energie umgewandelt werden und als elektromagnetische Welle wird sie dann übertragen. In unserem Fernseher befinden sich meistens ein oder zwei Lautsprecher. Die ankommende Energie der elektromagnetischen Welle wird in diesem Lautsprechern auf eine Membran (eine Art dünne Haut) übertragen. Die Membran bewegt sich durch die elektrische Energie. Wenn Du schon einmal an einen Elektrodraht gekommen bist, weißt Du, wie diese Bewegung entsteht. Denn durch den Stromschlag zucken Deine Muskeln, sie bewegen sich also. Genau so ist es mit der Membran und diese Bewegung ruft einen Ton hervor und dieser ist abhängig davon, wie stark der elektrische Schlag war.
Die Bewegung eines Rennpferdes lässt sich natürlich in unzählige kleine Abschnitte unterteilen. Man könnte beispielsweise jede tausendstel Sekunde ein Bild machen, das heißt 1000 Bilder in einer Sekunde und man würde dann jedes Detail der Bewegung erfassen. Für unser Auge ist ein solcher Aufwand aber gar nicht notwendig. Wenn mehr als 12 Bilder (bei ganz schnellen Bewegungen müssen es sogar 16 Bilder sein) in einer Sekunde von der Bewegung des Rennpferdes gemacht werden und diese zwölf Bilder dann auch wieder in einer Sekunde abgespielt werden, erkennen wir dies als gleichmäßige Bewegung. Wären es weniger als zwölf Bilder, so könnten wir jedes Bild einzeln erkennen. Es würde nicht der Eindruck einer fortlaufenden Bewegung entstehen, sondern die Bewegungen wären ruckartig. Daher ist eine der wichtigsten Vorausetzungen beim Fernsehen, aber natürlich auch bei Filmen im Kino, dass mehr als zwölf Bilder pro Sekunde aufgenommen und abgespielt werden. Nun gibt es aber noch die Gefahr des Flimmerns. Um dies zu verhindern, müssen mehr als 25 Bilder pro Sekunde vorhanden sein. In unserem Fernseher werden sogar 50 Bilder pro Sekunde abgespielt, einfach um eine bessere Bildqualität zu erreichen.
Wird in einem Fernsehstudio eine Sendung aufgenommen, so macht die Kamera also 50 Bilder pro Sekunde. Diese Bilder werden dann in so genannten Bildwandlerröhren in elektromagnetische Wellen umgewandelt. Dies geschieht, in dem das Bild auf ein Metall geleitet wird, dass sehr empfindlich auf Licht reagiert (siehe auch Lichtschranke und die darin enthaltene Photozelle). Dadurch fließt ein schwacher elektrischer Strom in diesem Metall. Das Bild wird nun in einzelne Zeilen zerlegt (wie in einem Schulheft) und jede Bildzeile noch in einzelne Bildpunkte. Je heller das Licht eines Bildpunktes ist, das auf das Metall auftrifft, desto größer ist auch der in dem Metall fließende elektrische Strom. So läßt sich jedes Bild in einzelne elektromagnetische Bilddaten zerlegen.
Wie der Name schon sagt, haben elektromagnetische Wellen einen elektrischen und einen magnetischen Anteil. Wie bei einem Magneten können wir aber die Kraft, die vom Magneten ausgeht, weder sehen noch hören. Auch ist die magnetische und auch die elektrische Kraft dieser Wellen sehr gering. Metallteile können aber diese Wellen empfangen. Deshalb gab es früher überall die Fernsehantennen. Dies war aber nicht ganz so praktisch, denn wenn sich ein hohes Haus oder ein Berg zwischen dem Sender und der Antenne befanden, war kein Empfang der elektromagnetischen Wellen möglich. Denn diese sind nicht stark genug, um Berge oder ganze Häuser zu durchdringen. Deshalb werden heute die elektromagnetischen Signale an einen Satelliten gesendet und der sendet sie dann an die Satellitenschüsseln.


Die Bildröhre