Wieso haben Menschen verschiedene Haare?

Haare sind ein ganz besonders interessantes Thema. Das Haar von uns Menschen besteht aus der Haarwurzel, dem Haarschaft und der Haarzwiebel. Mit der Haarwurzel ist es in der Haut verankert. Unter der Wurzel befindet sich die Haarzwiebel, sie gibt dem Haar halt. Haarwurzel und Haarzwiebel sind von einer Hülle umgeben. Daran angeschlossen ist eine Talgdrüse, die das Haar einfettet. Zusätzlich wird jedes Haar noch von einem kleinen Muskel umfasst und ist von Nervenfasern umgeben. Diese Nervenfasern sind außerordentlich fein. Sie spüren den leistesen Lufthauch. Wenn sich die kleinen Muskeln um das Haar zusammenziehen, entsteht eine Gänsehaut.

In der Mitte eines Haares befinden sich die Markzellen. Darum liegt eine Schicht verhornter Zellen. Diese Schicht macht den meisten Teil vom Haar aus. Je nachdem, wie diese Schicht aufgebaut ist, sind die Haare fest und elastisch oder sie hängen einfach so runter.

Um diese Schicht gibt es noch eine Schutzschicht. Die ist wie bei einem Tannenzapfen aufgebaut. Schüppchen nach Schüppchen. Diese "Tannenzapfenschuppen" sind durchsichtig. Die Haarfarbe schimmert durch.

Woher kommt es, dass es verschiedenen Haarfarben gibt? Die Haarfarbe wird durch den so genannten Melaningehalt des Haares bestimmt. Dieses Melanin wird in der Nähe der Haarwurzeln vom Körper hergestellt. Eiweiße, die von unserem Körper kommen, verwandeln diese Melanin herstellenden Zellen in Farbstoffe. Diese Farbstoffe oder auch Farbpigmente genannt, heißen Melanin. Über feine Kanäle gelangt das Melanin in die Haare. Es gibt zwei verschiedene Arten von Melanin: Eine Melanin-Art heißt Eumenalin, diese bewirkt, dass das Haar schwarz/braun wird. Die andere Melanin-Art heißt Phäomelanin, das ist der rote Farbstoff. Er bewirkt, dass Haare hellblond, blond oder rot werden. Dieses Melanin ist von seinem Aufbau her viel feiner als das Eumelanin.

Je nachdem, wie das schwarz/braune Eumelanin und das blond/rötliche Phäomelanin gemischt sind, entstehen unterschiedliche Haarfarben.

Graue Haare entstehen übrigens dadurch, dass die Produktion von Melanin nachlässt. Das passiert automatisch, wenn wir älter werden. Anstatt Melanin werden nur noch Luftbläschen ins Haar transportiert. Die Folge ist, dass das Haar weiß oder grau ausssieht.

Ob die Haare schwarz, rot oder blond sind, lockig oder glatt, dick oder dünn, das alles entscheiden die Gene. Gene sind die kleinsten Bausteine unseres Körperprogramms. Auch den Zeitpunkt, ab wann wir graue Haare bekommen, entscheiden die Gene.

Ob wir fettes, schuppiges, mattes, glänzendes Haar haben, das hängt oft vom Zustand der Kopfhaut ab. Wenn wir das Shampoo zum Beispiel nicht richtig auswaschen entstehen oft Schuppen, weil die Kopfhaut dadurch dauernd gereizt wird. Fettes Haar kann durch eine Überproduktion an Talg entstehen.