Von den etwa 1500 Skorpionarten sind nur 25 für den Menschen gefährlich. Zu den gefährlichsten Arten gehören beispielsweise der in Nordafrika und Asien vorkommende Leiurus quinquestriatus oder der in Mexico lebende Centruroides noxius. Vor allem in Mexico sind zahlreiche Skorpione der Gattung Centruroides vertreten, die allesamt für den Menschen gefährlich sind. Deshalb sterben in Mexico bis 1000 Menschen pro Jahr an Skorpionstichen. Dies hat natürlich auch damit zu tun, dass die medizinische Versorgung dort oft nicht so gut ist und ein Medikament gegen das Gift nicht schnell genug besorgt werden kann.
In Europa gibt es praktisch keine Skorpione, die für den Menschen gefährlich werden können. Wird man von diesen relativ ungefährlichen Skorpionen gestochen, so ist dies in den meisten Fällen vergleichbar mit einem Wespenstich. Es kann aber auch zu Übelkeit und Schwindel kommen und die Menschen müssen vielleicht mehrere Tage im Bett liegen. Auch wenn diese europäischen Skorpione nicht direkt für den Menschen gefährlich sind, so kann es trotzdem zu Todesfällen kommen und zwar wenn die Person allergisch auf das Gift reagiert oder bereits eine andere Erkrankung hat, beispielsweise eine Kreislaufschwäche. Solche Fälle sind aber sehr selten.
Die Skorpione haben je nach Art ganz unterschiedliche Gifte. Manche der Gifte wirken auf Säugetiere andere auf Krebse oder auch auf Insekten. Als Gift verwenden die Skorpione eine Mischung verschiedener Substanzen. Bei den für den Menschen gefährlichen Skorpionen verursachen diese Gifte nicht nur Schmerzen an der Stichstelle, sondern auch Störungen des Nervensystems.
Unser Nervensystem ist praktisch der Postbote in unserem Körper. Wenn beispielsweise das Gehirn deinem Zeigefinger sagt: Drücke den Buchstaben G auf der Tastatur, dann wird dieser Befehl durch die Nervenbahnen vom Gehirn zur Muskulatur der Hand übertragen. Die Nervenbahnen bestehen aus einzelnen Zellen und jede Zelle muss die Information zur nächsten Zelle weitergeben. Die Gifte bewirken nun, dass diese Weitergabe gestört wird. Aber nicht nur die bewussten Bewegungen unseres Körpers werden durch das Nervensystem gesteuert werden, sondern beispielsweise auch die Atmung oder der Herzrythmus.
Die Gifte können das Nervensystem nun auf zwei verschiedene Arten stören. Entweder sie blockieren die Weitergabe der Informationen zwischen den Nervenzellen, dies führt beispeilsweise zum Herz- oder Atemstillstand, oder sie bringen die Nervenzellen dazu falsche Informationen weiterzugeben, Dies kann dann bewirken, dass Muskeln plötzlich zu zucken beginnen, die Atmung sehr schnell geht oder das Herz zu schnell schlägt, ohne dass der Körper sich anstrengt. Auch dies kann zum Tode führen.
Das Gift produzieren die Skorpione in zwei Giftdrüsen, die im letzten Glied ihres Schwanzes sitzen. Muskeln drücken im Falle eines Stiches das Gift aus diesem Schwanzteil in den Stachel. Normalermeise verspritzt der Skorpion nicht seinen gesamten Giftvorrat. Sollte es aber doch einmal vorkommen, so braucht er bis zu vier Wochen, um den Giftvorrat wieder aufzufüllen.