War der Tag in der Kreide wirklich nur 20 Stunden lang?

Der Tag in der Kreide (vor 65 bis 135 Millionen Jahren) war tatsächlich kürzer als heute. Das liegt daran, dass sich die Erdrotation ständig verlangsamt. Dies hat wiederum damit zu tun, dass vor allem der Mond durch seine Anziehungskraft eine bremsende Wirkung ausübt. Die Anziehungskraft des Mondes ist zwar gegenüber der der Erde wesentlich geringer, ihren Einfluss kannst Du aber an Ebbe und Flut ablesen. Auch viele andere Faktoren scheinen eine Wirkung auf die Erdrotation auszuüben, so beispielsweise das Eis an den Polen. Denn um so mehr Eis, um so höher ist das Gewicht an den Polen. Auch El Nino (eine Meeresströmung im Pazifik) soll einen Einfluss auf die Rotationsgeschwindigkeit der Erde haben.

So groß, wie in der Frage angedeutet, ist allerdings die Verlangsamung der Erdrotation nicht. In 100 Jahren wird der Tag etwa 0,0016 Sekunden länger sein als heute. Man nimmt weiterhin an, dass vor 200 Millionen Jahren der Tag etwa 23 Stunden dauerte.