Wer ist steinalt, ausgestorben und hat viel zu erzählen? Die Fossilien


Wer kennt sie nicht, die Dinosaurier, die zu den größten Lebewesen zählen, die jemals auf unserer Erde gelebt haben. Sie stellen aber nur einen kleinen Teil der ungeheuren Menge von Fossilien dar, die mikroskopisch klein und auch riesengroß sein können. Aber nicht nur die Größe der Fossilien, weiß Professor Peter Bengtson zu berichten, ist unterschiedlich auch deren Formen. So finden wir alle möglichen Lebewesen als Fossilien beispielsweise Muscheln, Brachiopoden, Schnecken und Pflanzen, aber auch Fossilien von Vorfahren des heutigen Menschen, wie beispielsweise des Homo heidelbergensis. Ebenso gehören Spuren von allen möglichen Lebewesen, wie beispielsweise Fußabdrücke von Dinosauriern,Fußabdrücke von Dinosauriern zu den Fossilien. Normalerweise kommen Fossilien nur in Sedimentgesteinen vor, ganz selten können sie in vulkanischen Gesteinen oder in Metamorphiten gefunden werden.

Fossilien und die Erdgeschichte

All diese Fossilien können uns eine ganze Menge über die Geschichte der Erde erzählen. So begann das Leben auf der Erde vor etwa 3,6 Milliarden Jahren, davon berichten Funde von Einzellern (so genannte Prokaryoten). Muschelschale Vor etwa 570 Millionen Jahren (Kambrium) traten die ersten Lebewesen auf, die ihren Weichkörper mit Hartteilen (beispielsweise die Schalen bei Muscheln) stabilisierten. Diese Hartteile bleiben sehr gut erhalten und somit ist die Entwicklung des Lebens auf der Erde ab dem Kambrium sehr gut überliefert. Die ersten Landpflanzen traten vor etwa 410 Millionen Jahren (Silur-Devon) auf. In der darauf folgenden Zeit entwickelten sich die Pflanzen so gut, dass nur 100 Millionen Jahre später aus abgestorbenen Pflanzen große Kohlevorkommen sich bilden konnten. Solche Kohlen werden heute noch im Ruhrgebiet unter Tage abgebaut. Die ersten Tiere betraten wenige Millionen Jahre nach den Pflanzen, im Devon das Land. Allerdings handelte es sich dabei noch um Amphibien (dazu gehören heute beispielsweise die Lurche), also Tiere die sowohl im Wasser als auch auf dem Land leben können. Ein erstes großes Aussterben verschiedener Tierarten fand am Ende des Perms, vor etwa 250 Millionen Jahren statt. Es starben damals mehr als 90 % der Meereslebewesen auf der Erde. Belemnit aus dem Jura In der darauf folgenden Zeit entwickelten sich ganz neue Tierarten, zu denen auch die Dinosaurier gehörten, die während des Jura und der Kreide (200 bis 65 Millionen Jahre) die Erde beherrschten. Nach dem Aussterben der Dinosaurier und vieler anderer Tierarten am Ende der Kreide vor etwa 65 Millionen Jahren, bekamen die Säugetiere ihre Chance, zu denen auch der Mensch gehört.

Salzgehalt des Wassers

Aber nicht nur über die Entwicklung des Lebens auf der Erde berichten die Fossilien dem erfahrenen Geologen/Paläontologen. Es läßt sich beispielsweise auch der Salzgehalt des Wassers in dem die Lebewesen einstmals lebten abschätzen. Viele Meereslebewesen können nur geringe Schwankungen des Salzgehaltes des Meerwassers vertragen, ansonsten sterben sie. Andere Lebewesen, beispielsweise bestimmte Muscheln, können nur im Süßwasser leben. Treten solche Fossilien in den Gesteinen auf, so wissen wir ob es sich um Sedimente handelt, die im Meer entstanden sind oder in Seen.

Fossilien und Zeit

Ammonit

Fossilien können aber auch helfen, das Alter eines Gesteins zu bestimmen. So leben manche der Tierarten nur sehr kurze Zeit (wenige 100.000 oder Millionen Jahre). Im Laufe der geologischen Forschung hat man viele dieser kurzlebigen Arten gefunden, die auch als Leitfossilien bezeichnet werden. Zusätzlich kennt man die zeitliche Abfolge, in der die einzelnen Leitfossilien auftreten und so kann man recht gut das Gesteinsalter bestimmen.