Es gab immer wieder Zeiten, zu denen besonders viele Arten von Tieren nicht weiter überleben konnten. Ein Beispiel kennt ihr bestimmt, nämlich die Dinosaurier, die am Ende der Kreidezeit (vor 65 Millionen Jahren) ausstarben. Hier nehmen Wissenschaftler an, dass der Einschlag eines Asteroiden in Mittelamerika wesentlich zum Aussterben der Dinosaurier beigetragen hat. Sehr viele Tierarten starben aber auch am Ende der Eiszeit, also vor ungefähr 10.000 Jahren aus (zum Beispiel der Säbelzahntiger, das Mammut und in Amerika auch Pferde), und zu dieser Zeit schlug kein Asteroid auf die Erde ein. Was für Gründe kann es also noch geben, die zum Aussterben von Tierarten führen können?
Manche Wissenschaftler glauben, dass Tiere, wie beispielsweise das Mammut durch eine Seuche ausgestorben sind. So könnte es sein, dass von den Menschen ein Virus auf die Tiere übertragen wurde. Oft wurden die Viren von Hunden, die die Menschen bei der Jagd begleiteten, auf andere Tiere übertragen. Dieses Virus kam bis dahin bei den Tieren nicht vor und darum hatten sie keine Abwehrstoffe dagegen entwickelt. Zuerst starben die ganz jungen, die sehr alten und die kraftlosen Tiere. Die Mütter haben sich bei ihren Kindern angesteckt und so breitete sich das Virus in der ganzen Herde aus.
Andere Wissenschaftler meinen, dass die Mammuts von den Menschen ausgerottet wurden. Sie wurden von den Menschen so lange gejagt, bis zu wenig Tiere ihrer Art noch übrig waren, um sich fortzupflanzen. Die Menschen jagten sie, weil sie sich davon ernährt haben. Außerdem wurden Tiere gejagt, weil man aus den Knochen und Sehnen Werkzeuge herstellen konnte. Aus dem Fell oder der Lederhaut machten sie sich schöne Kleidung. Aus besonderen Knochen und Elfenbein (daraus bestanden zum Beispiel die Stoßzähne vom Mammut) konnte kostbarer Schmuck gefertigt werden. Auch in jüngster Vergangenheit, also in den letzten 200 Jahren, hat es der Mensch geschafft, viele Tierarten vollständig oder nahezu auszurotten, beispielsweise das Bison in Nordamerika oder den Blauwal.
Wieder ein anderer Wissenschaftler hat an Bodenproben erkennen können, dass manche Tiere die Pflanzen- und Wetterveränderungen am Ende der Eiszeit nicht überstanden haben. Um Bodenproben zu entnehmen, wird mit einer 3,50 Meter (das ist ungefähr so hoch, wie zwei Erwachsene übereinander) langen Eisenstange, die wie ein Bohrer aussieht, ein tiefes Loch in die Erde gebohrt. An der Stange bleiben Reste von der Erde hängen. Man kann messen, wie tief eine hängengebliebene Erdprobe in der Erde war und kann danach bestimmen, vor wie vielen Jahren es die Erdoberfläche gewesen ist. Darin sind noch Reste von Baumnadeln, Blättern, Gras, Nüssen und anderes zu finden. Manchmal findet man in einer Bodenprobe ganz unten Gras- und Wiesenreste und darüber Laub- und Nadelreste. Das heißt, dass hier früher zuerst Grasland war und dann ein Wald gewachsen ist. Ein Tier, dass auf Wiesen gelebt hat, fand an der Stelle, wo dann der Wald wuchs, keine Nahrung mehr. Deshalb konnte es hier nicht mehr leben. Falls es kein neues Zuhause gefunden hat, starb es. Und so passierte es mit vielen Arten. Von Knochenfunden weiß man, dass manche Tiere auch ein neues Zuhause gefunden haben. Sie waren dann aber so weit verstreut, dass sie nicht mehr zusammengefunden haben und sich nicht mehr paaren konnten. So starben auch diese Tiere aus.