Warum schmecken Gummibärchen nicht nur gut, sondern sind auch noch gesund?

Gummibärchen

So ein Mist. Verschlafen und keine Zeit zum Frühstück. Schon in der ersten Stunde knurrt der Magen. Gehirn und Muskeln machen klar, es fehlt Zucker. Der ist zwar in Schokolade reichlich vorhanden, aber die enthält auch den Dickmacher Fett. Also sind die leckeren Gummibärchen genau das Richtige. In den knuffig-kleinen Süßigkeiten steckt nämlich nicht nur der Energiespender Zucker, sondern auch ein ganz besonderes Eiweiß, die Gelatine. Eigentlich wären Gummibärchen also ein prima Nahrungsmittel, oder?

Zuviel Süßes macht dick!

Nicht so ganz, hat Professor Konrad Beyreuther in seiner Vorlesung bei der Heidelberger Kinder-Uni erklärt. Drei klitzekleine Gummibärchen enthalten nämlich fast so viel Zucker wie ein Stück Würfelzucker. Und zu viel Süßes macht bekanntlich dick und ruiniert zudem die Zähne. Es gibt sogar immer mehr Kinder, die an einer Krankheit leiden, die Zuckerkrankheit oder Diabetes heißt. Und natürlich können die Gummileckereien auch nicht die Vitamine und Ballaststoffe ersetzten, die der Körper in Obst, Gemüse oder Vollkornprodukten findet.

Professor Beyreuther ist trotzdem ein Gummibärchen-Fan. Und da er sich normalerweise in seinem Beruf mit schlimmen Krankheiten wie dem Rinderwahnsinn (BSE) beschäftigen muss, kam ihm dieses Thema natürlich gerade recht. Dass Gummibärchen aus Zucker, Gelatine, Wasser, Farb- und Aromastoffen gemacht werden, wissen viele. Aber was gibt den Glibberdingern die Farbe?

Himbeer-Gummibär und mehr

Der Prof hat's herausgefunden. Rote Gummibärchen haben ihren Geschmack von Himbeeren, grüne von Erdbeeren, gelbe von Zitronen, orangene natürlich von Orangen und die weißen von der Ananas. Die liebt Konrad Beyreuther besonders, denn für sie wird die allerbeste, weil glasklare Schweinegelatine verwendet. Zum Färben werden ein bisschen weniger leckere Stoffe gebraucht. Die grünen Gummibärchen werden beispielsweise mit Spinat, die roten mit Holundersaft gefärbt. Wer wissen will, wie genau Gummibärchen gemacht werden, für den lohnt ein Ausflug in die Heidelberger Bärchen-Herstellung. Über die Gelatineproduktion informiert eine Fabrik-Reportage. Warum sind sie denn nun gesund, die Gummibärchen?

Stoff für das Gehirn

Der Professor erklärt das so: Der Zucker wird im Gehirn dringend gebraucht. Dort laufen die Nerven nämlich wie Kabel, durch die mit Hochgeschwindigkeit von 300 Kilometer pro Stunde der Strom mit den Informationen gejagt wird. Kein Wunder, dass das Kraft kostet, oder? Ein Kind braucht pro Tag rund 20 Stück Würfelzucker, damit im Kopf alles rundläuft. Die Gelatine sorgt dafür, dass Knochen aufgebaut und mit den Muskeln über die Sehnen verbunden werden. Bei Verletzungen fördert sie die Heilung. Allerdings, das schärfte der Professor den Kinder-Studenten ein, zuviel ist nicht gut. Gerade mal zehn Stück pro Tag, ist die bekömmliche Dosis. Eine ganze Packung entspricht 61 Stück Zucker und kann locker zu Bauchweh führen.