von Fabienne Link (10 Jahre)
Der Begriff` "Hexe" erhält erst zu Beginn des 15. Jahrhunderts seine Bedeutung und steht für einen Menschen, der vom Teufel mit übersinnlichen Kräften ausgestattet sein soll und diese Kräfte zum Schaden seiner Mitmenschen nutzt.
Im Mittelalter wurden viele Frauen und Männer (sogar Kinder) der Hexerei beschuldigt. Grund dafür waren Gerüchte oder
persönliche Feindschaft (beispielsweise, weil der Nachbar den Beschuldigten nicht leiden konnte), oder das Unwissen der Menschen. Kranke Menschen oder Tiere galten oft als verhext und man suchte einen Verursacher.
Die Hexenverbrennungen fanden hauptsächlich im 16. und 17. Jahrhundert statt (spätes Mittelalter, frühe Neuzeit). Hunderttausende Opfer, meist Frauen, erlitten einen oft qualvollen Tod, nachdem das Geistliche Gericht (in späteren Jahren das Zivilgericht) über sie geurteilt hatte. Es gab keine Verteidiger. Als Beweis galt das Schuldgeständnis, das unter der Folter zustande kam. Es wurde so lange gefoltert, bis sie/er gestand, dem Teufel anzugehören. Übliche Foltermethoden als Mittel zur Wahrheitsfindung waren: die Wasserprobe (man wirft die gefesselte Person in tiefes Wasser, schwimmt sie oben, ist sie eine Hexe, geht sie unter und ertrinkt, ist sie unschuldig), das Anlegen von Daumenschrauben (Metallspangen zum Zusammenpressen der Finger) oder das Auseinanderziehen des Körpers an Seilwinden. Nicht selten war es so, dass die Angeklagten bereits bei der Folter starben. Die meisten Prozesse endeten mit dem Todesurteil.
Hexenverbrennungen sollten die Zuschauer warnen und abschrecken. Diese Schauspiele waren öffentlich, und lockten viele Menschen an die Richtstätte.
Die Verurteilten wurden zuerst auf einen Karren geladen und durften bespuckt werden.
Danach wurden sie zum Richtplatz gefahren. Dort wurden sie an Pfähle gekettet, die auf einem Scheiterhaufen (viele aufeinandergelegte Holzstücke) standen. Ein Hexenprediger warnte die Menschen vor Hexen und Teufel, dann wurde der Scheiterhaufen vom Henker entzündet und die Verurteilten wurden bei lebendigem Leib verbrannt.
Die Hexenverbrennung fand ihren Ursprung in Südfrankreich und Norditalien. Deutschland wurde später zum Zentrum der Hexenverbrennung.
Quellen:
Hexen und Hexenwahn-Was ist Was- Tessloff Verlag
Geschichte des Mittelalters- Gerstenberg
Hexensabbat- Jean-Michel Sallmann- Otto Maier Ravensburg