Auf den Spuren des Kaisers und Kämpfers

Kinder-Uni im Netz machte sich in Speyer mit der Ausstellung über „Heinrich IV.“ vertraut

Kopfrekonstruktion von Heinrich IV. Er war „Kaiser, Kämpfer, Gebannter“, Heinrich IV., den meisten Nicht-Historikern wohl vor allem durch seinen Gang nach Canossa bekannt. Dort hat der Papst den Salier drei Tage lang in Eiseskälte ausharren lassen, bevor er ihn vom Kirchenbann befreite.

Es ist eine spannende Geschichte, die derzeit im Historischen Museum der Pfalz in Speyer erzählt wird. Die Kinder-Uni im Netz hat versucht, ihm ein bisschen näher zu kommen. Gar nicht so einfach, schließlich ist der Mann seit 900 Jahren tot.

Das Museum wagte in dieser Hinsicht einen mutigen Schritt. Namhafte Wissenschaftler haben sich mit modernsten Mitteln der Kriminaltechnik aus Fotos vom Schädel an einer Kopf-Rekonstruktion des mittelalterlichen Herrschers versucht. Effekt davon: Alle, auch die zehn- bis zwölfjährigen Steppkes des Heidelberger Internet-Projektes, können ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüber treten.

Grabkrone Heinrich IV., 1106 (1111)	Kupfer, vergoldet Höhe: 14,5 cm, Durchmesser: 20,9 bis 21,1 cm © Domschatzkammer im Historisches Museum der Pfalz Speyer, Foto: Peter Haag-Kirchner Kein Wunder, dass Nachwuchsredakteur Yassin Harim von der 3D-Gesichts- und Kopfaufnahmen besonders angetan ist. Dem kleinen Maximilian Brien hat nach der kundigen Führung mit Isabella Blank vor allem die Reichskrone und das Reichsschwert gefallen. Er hält die Ausstellung grundsätzlich für Kinder geeignet, allerdings sollten sie schon ziemlich flüssig lesen können.

Bereits als Sechsjähriger sitzt Heinricht IV. (1050 bis 1106) auf dem Thron. Weitere sechs Jahre später entführt ihn der Erzbischof von Köln im Kampf um die Macht im Reich. Heftige Auseinandersetzungen mit der Kirche kennzeichnen die Herrschaft des Salierkaisers. Erst durch seinen sprichwörtlich gewordenen Gang nach Canossa vermag er sich kurzfristig vom Bann des Papstes zu lösen. Doch der Streit, wer den nun Äbte und Bischöfe in ihre Ämter einsetzen darf, geht weiter. Kurz vor seinem Tod zwingt ihn sein eigener Sohn zu Abdankung.

So ist denn auch eine Nachbau des steinernen Sarges die erste Station des Ausstellungsbesuchs mit Isabella Blank. Sie gehört mit zu den Machern von „Kaiser, Kämpfer und Gebannter“ und beamt die Kinder-Uni im Netz neun Jahrhunderte zurück. Was muss ein König können, damit er von den Fürsten gewählt wird? Die Antworten kommen schnell. „Er muss gut kontrollieren können, darf nicht unsicher sein, sollte nicht nur Kriege führen und muss sich ums Volk kümmern, sprich Führungsqualitäten haben“, so die Vorschläge der kleinen Rechercheure. Diese Eigenschaften waren auch notwendig, galt es doch über ein riesiges Reich, das neben Deutschland, auch das Königreich Burgund und Italien bis Rom beinhaltete, zu herrschen. Mobiltelefon und Fax waren unbekannt, also befand sich Heinrich IV. mit seinem Hofstaat ständig auf Reisen. In Speyer, da sind sich die Ausstellungsmacher sicher, verbrachte er auch ganz gerne seine Tage.

Fingerring Heinrichs IV., Ende 11. Jahrhundert Gold, Saphir, Perlen Höhe: 3,7 cm © Domschatzkammer im Historisches Museum der Pfalz Speyer, Foto: Peter Haag-Kirchner Ein richtiges Aha-Erlebnis bot freilich der schon oben erwähnte Sarkophag. In dem lag Heinrich IV. nämlich geschlagene fünf Jahre nach seinem Tod immer noch. Da er gerade einmal wieder mit einem Kirchenbann belegt war, konnte er nicht ordentlich bestattet werden, wurde aber vorsorglich einbalsamiert. Bis dann sein Sohn und Nachfolger den Papst zum Einlenken brachte.

Heute liegt Heinrich IV. in unmittelbarer Nachbarschaft des Museums, im Dom. Ein Grund mehr, sich auf die Spuren dieser gar nicht mehr so geheimnisvollen Zeit zu setzen

INFO: Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Oktober im Historischen Museum der Pfalz, am Speyerer Domplatz zu sehen. Sie ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Informationen auch im Internet unter www.museum.speyer.de oder telefonisch über die Hotline 06232 620222.


Heinrich IV. - Eine Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz in Speyer

Von Lorena Köhler

Heinrich IV. wurde 1050 geboren; er lebte im Mittelalter. Mit drei Jahren wurde er schon König. Als er fünf Jahre alt war, starb sein Vater und als zwölfjähriger wurde er in Kaiserswerth vom Erzbischof Anno von Köln entführt. Er wurde bis zu seiner Volljährigkeit mit 15 Jahren festgehalten. Heinrich IV. hatte es nicht leicht in seinem Leben. Es war verfolgt von Unglück und Streitigkeiten, Kriegen und Intrigen. Er galt als tapferer Krieger und war ein gläubiger Mensch; außerdem war er hochbegabt, gebildet und kunstsinnig.

1077 war sein Gang nach Canossa. Er erschien als Büßer vor Papst Gregor VII. um die Absolution zu erhalten. Begraben liegt Heinrich IV. im Dom zu Speyer in der Kaisergruft.

In der Ausstellung des Museums kann man Heinrich IV. sehen. Wissenschaftler haben eine Nachbildung seines Kopfes gemacht.


Elisabeth

Von Maurice Fink

Ein paar Mitglieder des Kinder-Uni im Netz Teams besuchten das Historische Museum Speyer. Dort nahmen wir an einer Führung extra für Kinder teil. Wir erfuhren sehr viel über Heinrich den IV. und seine Familie und wie man früher gelebt hat. Als wir am Ende der Führung waren, trafen wir eine Frau namens Elisabeth, die Bänder gestrickt hat und das auf altmodische Art. Sie hatte zum Stricken ein Gestell, das auf jeder Seite zwei Beine hatte und an zwei Stöcken wurden viele kleine Fäden mit so genanten Schiffchen zusammen geflechtet. Diese Elisabeth war 30 Jahre alt, damals als es Ritter und Könige gab, wäre Elisabeth eine Hausfrau gewesen, hätte sich um Textilien gekümmert und bei einem Ritter oder König gedient.


Kommentare zur Ausstellung "Heinrich IV." im historischen Museum der Pfalz in Speyer

Von Maximilian Brien

Die Ausstellung fand ich toll und ich habe einiges über Kaiser Heinrich IV. erfahren. Ganz besonders hat mir die Reichskrone und das Reichsschwert gefallen. Nur kann ich die Ausstellung nicht für Kinder empfehlen, die noch nicht so gut lesen können, denn es gibt sehr viel zu lesen. Zwar gibt es einige interessante Ausstellungsstücke und einige kleine Filme, die drei bis zehn Minuten dauern, aber die meisten Informationen erhält man doch nur, wenn man die Tafeln liest.


Von Yassin Harim

Mir hat die Ausstellung sehr gut gefallen. Sie war sehr interessant und informativ, aber auch sehr gut verständlich. Besonders haben mir die 3D-Gesichtsrekonstruktionen gefallen. Die Führung hat uns auch einige Details wissen lassen, die sehr interessant sind, beispielsweise, dass der Sarg in der Ausstellung aus Holz besteht. In Sachen Kindertauglichkeit: Ich finde, dass die Ausstellung auch gut für Kinder (ab etwa 10 Jahre) geeignet ist.