Welche Spiele wurden eigentlich im Mittelalter gespielt? Das ist gar nicht so einfach heruaszufinden, wie Dr. Thomas Städtler bei seiner Vorlesung "Spiele im Mittelalter" anlässlich der Heidelberger Kinderuniversität seinen jungen Zuhörern erst einmal klar machte. Schließlich gab es damals noch keine Spielanleitungen, wie etwa heute für Monopoly, die über die vielen Jahrhunderte hinweg erhalten geblieben sein könnten. Doch manchmal stoßen die Wissenschaftler bei ihrem Studium alter Texte zufällig auf Hinweise, welche Spiele damals beliebt waren.
So gibt es etwa Zeichungen auf denen zu sehen ist wie Kinder auf einem Steckenpferd reiten oder sich im Bockspringen üben. Auch das Spiel mit Murmeln war im Mittelalter schon beliebt, wobei es allerdings keine Glasmurmeln gab, stattdessen wurden kleine Steine genommen. Auch Metallreifen, welche eigentlich die Holzfässer zusammenhalten sollten, wurden als Spielgerät genutzt, indem sie mit einem Stock durch die Gassen getrieben wurden. Das Knochenspiel bestand darin einen ausgekochter Schafsknochen in die Luft zu werfen und bevor wieder am Boden aufschlug, mussten fünf weitere Knochen vom selbigen aufgehoben werden.
Einige der im Mittelalter und schon früher erfundenen Spiele gibt es auch heute. Dazu gehört beispielsweise das Tennis. Es entstand in Frankreich und wurde zunächst ohne Schläger nur mit der Hand gespielt. Ab dem 16. Jahrhundert gab es dann auch Tennisschläger. Da sich das Spiel zum einem richtigen Exportschlager entwickelte und so nach England kam wurde aus dem altfranzösischen tenez das englische Wort tennis. Die etwas merkwürdige Zählweise beim Tennis kommt von der damals üblichen Währung, denn Tennis wurde durchaus um Geld gespielt. Pro Punkt wurde eine Münze eingesetzt, die einen Gegenwert von 15 Denier hatte.
Einen Fußballweltmeister gab es Mittelalter natürlich noch nicht, aber es wurde schon Fußball gespielt. Damals ging es aber zwischen zwei Städten darum den Ball in das gegnerische Stadttor zu befördern. Da es für diese Art Fußball noch keine Regeln gab, wurden die Mitspieler häufig verletzt und so verboten die Könige das Spiel. Erst 1857 wurde der erste Fußballclub heutiger Prägung in England gegründet und seit dem hat dieses Spiel einen Siegeszug um die ganze Welt angetreten.
Sehr alt sind auch schon Würfelspiele, denn die Überlieferung zeigt, dass sie schon vor mehr als 5000 Jahren erfunden wurden. Über die Spiele selbst, weiß man allerdings sehr wenig, denn die Regeln sind eben nicht überliefert. Bekannt ist aber, dass manchmal bei diesen Spielen kräftig geflucht wurde, so dass die Regierung sie verboten.
Aus vielen Spielen haben sich aber auch Wörter in Redensarten unserer Sprache eingeschlichen. So etwa das Wort Abseits, bei "jemanden ins Abseits stellen", Aus den Kartenspielen stammen die Redensarten "jemand hat gute Karten", "abgekartetes Spiel", "alles auf eine Karte setzen" oder "Farbe bekennen".
Spiele im Mittelalter
Bei der Heidelberger Kinderuniversität hielt Dr.Thomas Städtler die Vorlesung "Spielen und Spaß im Mittelalter" und wer war vor 800 Jahren Fussballweltmeister? Er erklärte uns beispielsweise, dass Fussball früher von 2 Dörfern gegeneinander gespielt wurde.
Das "Stadttor"war auch das Fussballtor. Selbst wenn die Dörfer einige Kilometer auseinander lagen wurde so gegeneinander gespielt.
Fussball wie wir es kennen gibt es erst seit etwa 150 Jahren.
Einen Fussballweltmeister gab es vor 800 Jahren nicht, weil eine Fussballweltmeisterschaft noch nicht erfunden war.
Uruguay war der allererste Fussballweltmeister, nämlich 1930 in Uruguay.
Alle Spiele über die bei der Vorlesung gesprochen wurden,stammen aus dem Mittelalter, also aus der Zeit von 500-1500 Jahren n.Chr.
Über Tennis hörten wir, dass anfangs mit einem Ball und der Hand als Schläger gespielt wurde, später war es erlaubt einen Handschuh zu tragen. Tennis kommt ursprünglich aus Frankreich.
Schach wurde für einen König erfunden und stammt aus Indien. Würfelspiele kommen aus Ägypten.
Kartenspiele gibt es bereits seit dem 1500 Jahrhundert, in mancher Zeit waren Kartenspiele sogar verboten! Heimlich wurde aber trotzdem weitergespielt.
Ritterspiele, die auf Feldern so groß wie Fussballfeldern ausgetragen wurden waren eine Vorbereitung für den Krieg, es wurde mit stumpfen Lanzen und Schwertern gekämpft.Thomas Städtler zeigte uns auch einige Bilder auf der Leinwand, dort wurden Ritterspiele,Tennis, Kartenspiele, Würfelspiele, Backgammon, Reifenspiele un vieles mehr gezeigt.
Am Ende durften wir noch Fragen stellen. Es wurde zum Beispiel gefragt, ob bei den Ritterspielen auch Menschen gestorben sind? Dr.Städtler meinte dies sei eigentlich nicht vorgekommen, Verletzungen gab es aber schon.
Leider war für die Beantwortung aller Fragen zu wenig Zeit, dies war schade. Wer aber noch gerne seine Frage beantwortet haben wollte konnte anschließend noch zu Thomas Städtler nach vorne kommen.
Ansonsten war es sehr interressant und wir erfuhren viel Neues!
Kommentar: Spiele und spielen im Mittelalter-Wer war damals Fußball-Weltmeister?
Im allgemeinen hat Dr. Thomas Städtler das Thema Spiele im Mittelalter gut getroffen, aber ein bisschen habe ich schon zu kritisieren. Für etwas jüngere Kinder war die Vorlesung eher nicht zu empfehlen. Thomas Städtler ging zwar öfters mal auf die Kinder ein, indem er fragte, ob sie alles verstanden hätten, aber die vielen Jahreszahlen, die er in seiner Vorlesung erwähnte, waren meiner Ansicht nach einfach zu viel. Schön war, dass er sehr viele Bilder in seiner Computer-Präsentation eingebaut hatte. Allerdings stand er die ganze Zeit hinter einem Rednerpult, las die Sätze von einem Blatt, bzw. mehreren Blättern ab und machte ab und zu ein paar Witze. Insgesamt fehlte der Vorlesung ein bisschen Pepp. Ich fand es sehr interessant, als Thomas Städtler öfers mal von den Spielen in die Welt der Spachwissenschaften abwich. Herr Städtler nahm sich am Ende ausgiebig Zeit für viele Fragen.