Was macht denn das Klima für Geschichten?

  1. Bericht aus der Kinder-Redaktion

Professor Werner Aeschbach-Hertig "Die Begriffe Wetter und Klima beschreiben eigentlich zwei unterschiedliche Zustände unserer Atmosphäre", machte Professor Werner Aeschbach-Hertig bei seiner Kinderuni-Vorlesung "Was macht denn das Klima für Geschichten" seinen kleinen Zuhörern erst einmal klar. Der Begriff Wetter beschreibt nämlich den gerade herrschenden Zustand, also ob es gerade 20 oder nur 5 Grad warm ist und ob es regnet oder die Sonne scheint. Mit dem Begriff Klima sind dagegen langfristige Entwicklungen verknüpft. So werden beispielsweise die Tagestemperaturen oder die Regenmengen über einen langen Zeitraum notiert und dann der Durchschnittswert ermittelt. Diese Durchschnittswerte geben dann Einblick über langfristige Veränderungen der Temperaturen und der Niederschlagsmengen und damit über Klimaveränderungen.

Deshalb sagt ein besonders warmer Herbst oder ein extrem kalter Winter noch gar nichts über das Klima aus. Doch manchmal sind solche Wetterextreme tatsächlich sehr ungewöhnlich, so wie etwa der besonders heiße Sommer des Jahres 2003. "Die Sommertemperaturen lagen in den letzten hundert Jahren im Durchschnitt bei 17,3 Grad Celsius", erläuterte der Physiker Aeschbach-Hertig. Das bedeutet aber auch, dass es Sommer gab, die kühl waren wie etwa der Sommer des Jahres 1909. Damals betrug die Durchschnittstemperatur 15,5 Grad Celsius. Aber es gab auch schon früher sehr warme Sommer, so beispielsweise im Jahr 1947 als durchschnittlich fast 20 Grad erreicht wurden. Im Jahr 2003 wurde aber eine durchschnittliche Temperatur von über 22 Grad Celsius ermittelt. "Der Wahrscheinlichkeit nach sollte solch ein warmer Sommer nur alle 30 Millionen Jahre auftreten", fasste Werner Aeschbach-Hertig diese Ergebnisse zusammen.

Gletschersee; Quelle: Photocase.com So zeigen die Langzeitaufzeichnungen des Wetters aus der Schweiz, dass es in den vergangenen 140 Jahre eindeutig wärmer geworden ist, und zwar um etwa ein Grad. Um aber die Bedeutung dieses Temperaturanstieges ermessen zu können, blickte Werner Aeschbach-Hertig ganz weit in die Vergangenheit zurück. In den vergangenen 500000 Jahren wechselten nämlich Eiszeiten und Warmzeiten miteinander ab. Während es in den Eiszeiten deutlich kälter war als in den letzten 10000 Jahren, wurden in den Warmzeiten ganz ähnliche Temperaturen erreicht wie heute.

Gegenüber den früheren Warmzeiten hat sich aber etwas entscheidendes verändert und das ist der Gehalt der Atmosphäre an den so genannten Treibhausgasen wie etwa Kohlendioxid oder Methan. Die Eigenschaft dieser Treibhausgase demonstrierte Werner Aeschbach-Hertig sofort. Dazu wurde eine Flasche mit ganz normaler Luft gefüllt, eine zweite mit dem Gas Kohlendioxid und beide anschließend unter eine Glühlampe gelegt. Nach sieben Minuten war klar: In der Flasche mit Kohlendioxid ist es wärmer geworden als in der mit der normalen Luft, denn Kohlendioxid kann mehr Wärme aufnehmen.

Wüste; Quelle: Photocase.com So ist es auch der Anstieg des Kohlendioxidgehaltes in unserer Atmosphäre in den letzten Jahrzehnten, der die Wissenschaftler bedenklich stimmt, denn gegenüber den vergangenen Warmzeiten als etwa 0,3 Prozent der Luft aus Kohlendioxid bestand sind es nun schon fast 0,4 Prozent. Je mehr Kohlendioxid und andere Treibhausgase in unserer Atmosphäre sind, um so wärmer wird es werden. Dazu kommt, dass das zusätzlich erwärmte Meerwasser mehr in ihm gespeichertes Kohlendioxid abgibt und so bei steigenden Temperaturen noch mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt. So rechnen Wissenschaftler damit, dass unsere Luft im Jahr 2100 bis zu 0,9 Prozent Kohlendioxid enthalten könnte und ein Temperaturanstieg von bis zu fünf Grad möglich ist. "Doch Wissenschaftler sind keine Wahrsager", stellte Werner Aeschbach-Hertig zum Schluss seiner Vorlesung fest und Klimavorhersagen sind wahrlich ein schwieriges Thema, denn nicht nur die Treibhausgase beeinflussen das Klima, sondern auch Meeresströmungen, die Fläche der Eismasse auf der Erde und noch viele andere Faktoren.


"Was macht denn das Klima für Geschichten?"

Von Maximilian Brien

Professor Werner Aeschbach-Hertig erklärte uns wie die Eiszeiten entstanden sind und wie weit die dicke Eisdecke auf der Nordhalbkugel unserer Erde nach Süden gereicht hat. Die Alpen waren auch von Eis bedeckt.

Professor Werner Aeschbach-Hertig Durch die große Eisfläche wurden die Sonnenstrahlen zurück ins Weltall reflektiert und so wurde es noch kälter. Das kann man auch in einem einfachen Versuch zeigen. Dazu werden zwei Gläser mit Papier abgedeckt. Ein Glas mit schwarzem und ein Glas mit weißem Papier. Dann werden die Gläser von einer Lampe angestrahlt. Nach kurzer Zeit kann man mit einem Thermometer die Temperatur in den Gläsern messen. In dem Glas, das mit weißem Papier abgedeckt ist, ist die Temperatur niedriger.

Professor Aeschbach-Hertig hatte in einer speziellen Kühl-Box ein Stück Eis vom Grund eines Gletschers dabei und hat uns erklärt, wie man an so einem Eisstück feststellen kann, ob es in der Eiszeit entstanden ist oder in einem für unsere Verhältnisse normalen Winter. Das kann man an den eingeschlossenen Luftbläschen im Eis feststellen.

Dann hat Werner Aeschbach-Hertig erklärt, was das Gas Kohlendioxid bewirkt. Kohlendioxid wird von Menschen und Tieren ausgeatmet und von Pflanzen aufgenommen. Wenn mehr Kohlendioxid in der Luft ist steigt die Temperatur an. Das nennt man heute auch Treibhauseffekt.

Auch dazu gab es einen Versuch. Werner Aeschbach-Hertig hat in zwei Gläser einmal Luft und einmal Kohlendioxid gefüllt und die Gläser dann mit einer Lampe bestrahlt. Nach einer Weile war in dem Glas mit dem Kohlendioxid die Temperatur höher als in dem Glas mit Luft. Gletscher;Quelle: Photocase.com Durch diesen Treibhauseffekt und die Erwärmung des Klimas schmelzen überall auf der Welt die Gletscher ab und werden langsam kleiner. Auch in den Alpen kann man das beobachten. Professor Aeschbach-Hertig hat uns Fotos von Gletschern in den Alpen gezeigt, wie sie vor ein paar Jahren noch ausgesehen haben und wie sie heute aussehen. Man sieht ganz deutlich, dass die Gletscher kleiner geworden sind. Sie haben sich schon um etwa zwei Kilometer verkürzt. In Zukunft werden die Gletscher noch weiter schmelzen und zum großen Teil sogar ganz verschwinden.