"Eigentlich seid ihr etwas zu spät dran, denn die Hauptflugzeit der Bienen ist vorbei", erklärt Adolf Rosenkranz den Jung-Redakteuren der Kinder-Uni im Netz. Adolf Rosenkranz ist seit vielen Jahren Imker und kennt sich nicht nur mit Bienen hervorragend aus, denn gleichzeitig ist er Hornissenbeauftragter des Rhein-Neckar-Kreises. Doch auch wenn die Bienen ab August mit ihren Wintervorbereitungen beginnen und kaum noch Nektar finden, gibt es vieles um die emsigen und nützlichen Insekten zu erfahren.
An der Grundschule von Heiligkreuzsteinach hat der Imker nicht nur einige Bienenkästen stehen, er hat auch noch einige Wespennester mitgebracht. Da ist beispielsweise das etwa 15 Zentimeter große, traubenförmige Nest der sächsischen Wespe. "Die sind vollkommen harmlos", betont Adolf Rosenkranz. Allerdings wird er durchaus immer wieder von aufgeregten Leuten angerufen, bei denen die sächsische Wespe gerade ein Nest vor dem Fenster oder auf dem Dachboden errichtet hat. Die kann der Fachmann dann aber beruhigen und auch meistens davon überzeugen das Nest bis zum Herbst einfach in Ruhe zu lassen. Danach ist die sächsische Wespe nämlich ausgezogen.
Wesentlich eindrucksvoller sind da schon ein riesiges Hornissennest, es misst etwa 70 Zentimeter im Durchmesser. Doch auch Hornissen sind eigentlich nicht gefährlich. "Sie sind relativ friedlich, wenn man sie nicht stört und ihr Gift wesentlich ungefährlicher als das der Bienen", erläutert der Imker. Doch die Menschen haben häufig Angst vor den großen Insekten und deshalb wird Adolf Rosenkranz immer wieder gerufen, um ein Hornissennest zu entfernen.
Auch die Wildbienen bauen in hohlen Ästen oder Baumstämmen ihre Nester. Obwohl die Imkerei schon viele Jahrhunderte systematisch betrieben wurde, setzten sich die heute gängigen Bienenkästen mit den herausnehmbaren Waben erst ab 1870 durch. Solche Kästen stehen auch an der Heiligkreuzsteinacher Grundschule. Ab und zu sieht man auch einmal eine Biene herumfliegen. Eine besondere Schutzkleidung ist aber nicht notwendig.
Adolf Rosenkranz hebt den obersten Deckel eines Bienenkastens ab. Mitnichten befinden sich dort aber schon die Bienenwaben. Hier steht ein Plastikeimer, der anscheinend mit Korken befüllt ist. Das erregt natürlich die Aufmerksamkeit der Jung-Redakteure. Die Erklärung ist aber ganz einfach. In dem Eimer befindet sich nämlich das Futter für die Bienen. Da der Imker den Honig, der eigentlich das natürliche Futter der Bienen darstellt entnimmt, muss er ihnen etwas anderes geben und das ist eine Zuckerlösung. 21 Kilogramm benötigt der Imker im Herbst davon für ein Bienenvolk. Die Zuckerlösung befindet sich unter den Korken. Damit die Bienen nicht in der klebrigen Flüssigkeit hängen bleiben und darin sterben, legt der Imker einfach einige Korken auf die Zuckerlösung. Die Bienen können sich daran festhalten und das Futter zu sich nehmen.
In dem Kasten darunter, befinden sich schließlich die Bienen. Etwas träge sitzen die kleinen Honiglieferanten auf den Waben. Kein Wunder, wenn es auf den Winter zugeht darf man keine Energie verschwenden.