Begräbnisrituale in Ägypten

Von Franziska Fischer (11 Jahre)

Begräbnis der Pharaonen und Reichen

Die Pharaonen waren die Könige des Alten Ägypten und weil die Ägypter an ein Leben nach dem Tod glaubten, wurden sie, als sie gestorben waren, aufwändig bestattet. Sie wurden mumifiziert. Das wurde in verschiedenen Schritten erledigt:

1. Magen, Leber, Gedärm und Lungen wurden durch eine Öffnung im Bauchraum, das Gehirn mit einem speziellen Haken durch die Nasenlöcher entfernt (die Gedärme mussten entfernt werden, aber damit der Körper nach dem Tod noch komplett war, wurden die Organe getrocknet und in Gefäße gesteckt). Im Gegensatz zu den anderen Organen, die sorgfältig getrocknet und eingewickelt wurden, maß man dem Hirn keine Bedeutung bei und warf es deshalb einfach weg.
2. Der gesamte Körper wurde auf einen leicht geneigten Tisch gelegt und mit Natron, einer Art pulverisiertem Salz, gefüllt und bedeckt. Das Salz löste das Fett im Körper auf und entzog ihm die Flüssigkeit, die in einem Behälter aufgefangen und mit der Mumie beigesetzt wurde.
3. Nach dreißig bis vierzig Tagen wurde das Salz wieder entfernt und der getrocknete und eingeschrumpfte Körper mit duftenden Essenzen eingerieben, mit Milch und Wein gewaschen und mit Harz bestrichen. Das Körperinnere wurde wie die Augenhohlen und Nasenlöcher mit Tüchern, Schlamm oder Stroh ausgestopft, damit der Körper seine Form behielt. Dann verzierte man die Leiche mit Schmuckstücken und Amuletten und wickelte sie sorgfältig in bis zu zwanzig Lagen Leinentuch.
4. Über den Kopf der Mumie legte man häufig eine Maske mit dem Abbild des Verstorbenen, damit sein Geist den Körper im Sarkophag wieder erkennen konnte.

Osiris Außerdem wurden den Pharaonen noch viele Grabbeigaben mit gegeben, darunter auch Ushebti, kleine Statuetten, die sich an Stelle des Pharaos melden, wenn Osiris, der Totengott, rief. Sie sollten dem Verstorbenen im Reich der Toten dienen.

Woher kommt der Name "Mumien"?

Einige der ersten Mumien, die überhaupt entdeckt wurden, waren mit einer Schicht überzogen, die man für Bitumen oder Pech hielt - eine teerartige Substanz, die durch Trocknen hart und glänzend wird. Das arabische Wort für Bitumen ist "mumiya"; also nannte man die so präparierten Leiche "Mumien". In Wahrheit handelte es sich allerdings gar nicht um Bitumen, sondern um Harz, das im Laufe der Jahrhunderte schwarz geworden war.

Begräbnis der Armen

Die Armen hatten nicht genügend Geld für Grabbeigaben und erst recht nicht für eine teure Mumifizierung. Aber natürlich mussten auch die Armen bestattet werden. Sie wurden auf einem Holzbrett oder einer Sisalmatte im Wüstensand begraben.

Quellen:
Shelley Tanaka / Greg Ruhl: Mumien. Die geheimnisvollen Toten des alten Ägypten. Carlsen.
www.selket.de/reichen.htm