Die Bezeichnung "Vulkan" für "Feuer speiender Berg" kommt aus dem Lateinischen. Der römischen Mythologie nach, lebte tief im Inneren der Erde der jähzornige Vulcanus, der Gott der Schmiede und des Feuers. In seinem unterirdischen Reich fertigte er Rüstungen für die Götter an. Zyklopen, einäugige Riesen, halfen ihm dabei. Wenn Vulcanus wütend war, schleuderte er, so glaubte man, glühende Steine und Feuer aus den Schloten.
Um zu verstehen, wie es zu Vulkanausbrüchen kommt, muss man wissen, wie die Erde in ihren Tiefen aufgebaut ist: Tief im Erdinneren liegt der Erdkern, der wiederum vom Erdmantel umschlossen wird. Dieser ist in seiem oberen Bereich 300 km dick und zähflüssig. Hier herrscht eine Temperatur von 1500° Celsius. In diesem oberen Erdmantel sind aber auch Gesteine vorhanden, die schon bei 900° Celsius schmelzen. Dieses geschmolzene Gestein nennt man Magma (das Wort Magma stammt aus dem Griechischen und bedeutet "geknetete Masse"). Das Magma sammelt sich in so genannten Magmakammern. Wird der Druck in den Magmakammern zu stark, so wird das Magma an undichten Stellen der Erdkruste in Form eines Vulkanausbruchs an die Erdoberfläche befördert: Ein Vulkan bricht aus!

Auf jedem Kontinent unserer Erde gibt es Vulkane. Sie sind aber nicht gleichmäßig verteilt, sondern kommen nur in bestimmten Gegenden vor. Eine dieser Gegenden ist der pazifische Feuerring, die größte Vulkankette auf der Erde. Beginnend in Neuseeland zieht er sich am Rande der Südsee über Indonesien, die Philippinen und Japan hinauf zur russischen Halbinsel Kamtschatka und nach Alaska. Entlang der Westküste Kanadas und der USA setzt sich der Feuerring Richtung Süden nach Mittel- und Südamerika fort, wo er in Feuerland endet.
Man schrieb den 24. Oktober 79 nach Christus, als der Vesuv, ein
Vulkan in Süditalien, ausbrach. Tausende Menschen wurden
unter dem glühenden Asche- und Gesteinsregen begraben. Dabei, so wurde von den Überlebenden berichtet, begann jener Tag, der in die Geschichte einging, mit Sonnenschein.
Geschäftiges Treiben herrschte auf den Strassen von Pompeji und weiteren acht
Städten - bis zum Nachmittag. Dann zerriss ein Donnerschlag die
trügerische Ruhe. Ein Beben erschütterte den Boden, der Gipfel des Vesuv wurde durch eine
gewaltige Explosion gesprengt. Mindestens 12000 Menschen starben. Stürme aus heißen,
giftigen Schwefelgasen fegten über die Städte. Die Sonne
wurde durch Rauch- und Aschewolken verdeckt. Heftige Regengüsse stürzten herab und
vermischten sich mit der Asche. Gewaltige Ascheströme peitschten durch die Strassen.
An einem einzigen Tag radierte der Vesuv (lateinisch Vesbius) ganze
Städte aus. Die Überlebenden siedelten sich in anderen Gebieten an. Niemand
kümmerte sich um die einst so prachtvollen, reichen Städte - sie wurden im Lauf
der Zeit vergessen.
Erst vor rund 250 Jahren entdeckten Archäologen Pompeji und
begannen, die vergessene Stadt auszugraben. Mit Pompeji wurde auch Herculaneum
wiederentdeckt. Nun kann man wieder durch die Straßen von Pompeji und Herculaneum
gehen und Häuser, Villen und Plätze besichtigen. Bewohnt werden
die Städte aber nicht mehr.
Das letzte Mal brach der Vesuv 1944 aus. Seither liegt er still und
scheinbar friedlich am Golf von Neapel. Doch tief in seinem Inneren brodelt es, und er
könnte jederzeit wieder ausbrechen. Dann würde er die etwa vier Millionen Menschen
bedrohen, die in seiner Nähe leben.
Der Krakatau ist ein mächtiger Vulkan in der Sundastraße zwischen
Sumatra und Java. Bekannt wurde er durch einen heftigen Ausbruch
am 27. August des Jahres 1883. Zuvor war er fast 200 Jahre ruhig gewesen.
Eine Säule aus Rauch und Asche schoss mindestens 50 km hoch in die
Luft, also fünfmal so hoch, wie ein Düsenflugzeug fliegen kann. Der Donner, der
durch die Explosion ausgelöst wurde, war noch in einer Entfernung von 5000 km
zu hören. Das entspricht der Entfernung London - New York. Noch 100 km vom
Krakatau entfernt hagelte es Bimssteine. Die meisten Opfer aber forderte eine
Flutwelle, die durch den Einsturz der Decke der Magmakammer ausgelöst wurde.
Verwüstet wurden dabei etwa 300 Städte und Dörfer. 36000
Menschen starben bei dieser Katastrophe. Durch den dabei entstandenen Staub und Sand verdunkelte sich zeitweise die Sonne. Noch Jahre nach dem Ausbruch zog
der Staub um den Erdball.
Der Schiffsverkehr in der Nähe des Krakatau war noch viele Jahre durch
eine Schicht schwimmender Bimssteine behindert.
Der Popocatepetl ist ein 5452 Meter hoher Berg in Mexiko. Er zählt
zu den gefährlichsten Vulkanen des pazifischen Feuerrings.Der Begriff Popocatepetl stammt
aus der Sprache der Azteken und bedeutet so viel wie "rauchender Berg".
Warum ist der Popocatepetl so gefährlich? Der Popocatepetl ist ein
typischer Stratovulkan. Das zähflüssige Magma in seinem Inneren wird langsam
immer weiter nach oben gedrängt. Auf diese Weise bildet sich über dem Ausgang des
Schlotes ein Lavahügel, genannt Lavadom. Der Lavadom versperrt der
nachdrängenden Gesteinsschmelze den Weg nach außen. Ein hoher Druck bildet sich im Schlot. Wird dieser Druck zu stark, kommt es zu einer gewaltigen Explosion.
Bis zu zwölf km weit wurden 1996 die Bruchstücke eines Pfropfens
geschleudert, als sich im Popocatepetl ein über 50 Meter hoher Lavadom gebildet hatte.
Da der Popocatepetl im Fall eines Ausbruchs eine große Bedrohung für Mexico-City und Pueblo, zwei mexikanische Großstädte, darstellt, wird er rund um die Uhr überwacht.
Der 3925 Meter hohe Vulkan Nyiragongo ist einer der gefährlichsten Vulkane Afrikas. Er gehört zu der Vulkankette Virunga, welche sich zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo erstreckt. Die Eruption am 10. Januar 1977 forderte binnen kurzer Zeit mehr als 2000 Opfer. Dabei ergoss sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 Kilometer pro Stunde dünnflüssige Lava über 14 Dörfer. Die Stadt Goma wurde allerdings noch verschont, anders als im Jahre 1994. Damals flüchteten, so wird geschätzt, rund 350000 Menschen vor dem drohenden Vulkanausbruch, davon waren etwa 200000 Kinder. Ein weiteres Mal brach der Nyiragongo 2002 aus. Dabei starben mehr als 100 Menschen.