Was ist denn da los? Auf der Scheibe sind eigentlich nur schwarze Linien vorhanden. Doch wenn die Scheibe sich richtig schnell dreht, werden plötzlich Farben sichtbar: Rot, grün und blau. Diese und noch viel mehr Merkwürdigkeiten rund um das Sehen waren Anlass genug für die Jung-Redakteure der Kinder-Uni im Netz, an einen Workshop zum Thema optische Täuschungen teilzunehmen.
Gut, dass es in Heidelberg das "Explo" gibt, denn dort sind eine Menge derartiger optischer Täuschungen ausgestellt, die Jochen Luttenberger den Nachwuchsredakteuren vorführte. Linien, die eigentlich gerade sein sollen und doch gebogen erscheinen. Eine runde Scheibe, auf der Kreise aufgemalt sind. Dreht sich die Scheibe, blickt man anscheinend in einen tiefen Tunnel. Und dann ist da noch ein so genannter Zerraum. Da steht ein Kind ganz vorne und erscheint riesig, wogegen der zwei Meter große Mann am Ende des Raumes winzig klein erscheint.
"An all diesen optischen Täuschungen ist nur unser Gehirn schuld", erklärte die Medizinerin Sabine Mairon den Jungjournalisten. In dem Zerraum ist beispielsweise die hintere Wand höher als die vordere. Unser Gehirn ist aber gewöhnt, dass Dinge, die weiter entfernt sind, auch kleiner erscheinen. Wenn unser Gehirn also denkt, die hintere Wand sei niedriger als die vordere, dann muss der Mann vor dieser Wand relativ klein sein, denn er ist gerade einmal halb so groß wie die Wand. Das Kind im Vordergrund muss aber sehr groß sein, denn sein Kopf ragt über die Wand hinaus.
Das menschliche Gehirn ist also bestimmte Größenverhältnisse gewöhnt und diese wendet es auf alle Situationen an. Dadurch kann es aber unter bestimmten Umständen getäuscht werden und so etwas ist dann eine "optische Täuschung".
Im Alltag sind wir ebenfalls ständig von optischen Täuschungen umgeben. Ja, und wir benutzen sie sogar täglich, beispielsweise beim Fernsehen. Ihr habt bestimmt schon einmal eine Filmrolle gesehen, die besteht aus unzähligen, einzelnen Bildern. Trotzdem sieht der Mensch bei einem Film nicht die einzelnen Bilder, sondern ein bewegtes Bild, das auch nicht irgendwie ruckelt. Wenn nämlich mehr als elf Bilder pro Sekunde abgespielt werden, kann das menschliche Gehirn die einzelnen Bilder nicht mehr verarbeiten und es entsteht der Eindruck einer durchgängigen Bewegung.
"Auch beim Erkennen von Farben spielt unser Gehirn eine große Rolle", erläuterte Stefan Zeeh. Schließlich hat jeder seine Lieblingsfarbe und auch eine Farbe, die man gar nicht mag. Was glaubt ihr, welche Farbe man in einem bunten Bild nur ganz schlecht sieht? Na klar, die Farbe, die einem nicht gefällt. Übersieht man damit aber nicht auch vielleicht irgendetwas?
"Denkt einmal an Farben und was damit alles passieren kann", riet Andrea Liebers den Jungjournalisten. Denn die sollten nun eine phantastische Farbgeschichte zu Papier bringen. Da sprudelten auch schon die Ideen hervor, vom Farbmonstern bis hin zu Wesen von anderen Planeten, die aus Farbgasen bestehen.